VIER LIEDER

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für Singstimme und Klavier (hoch und tief)

Artikelnummer: 27 Kategorie:

Beschreibung

für Singstimme und Klavier

Der See (Christine Lavant)
In Sand geschrieben (Hermann Hesse
Vor meinem Fenster (Roland Hagenberg)
Daun muas i wana (Christine Nöstlinger)

In diesem Band sind die Lieder sowohl für hohe als auch für tiefe Stimme enthalten.

Der See
Die 1915 in Kärnten geborene dichterische Ausnahmeerscheinung Christine Lavant schafft es in einzigartiger Weise in ihrem Bild vom „See“ die Ewigkeit zu beschreiben. Auf Eduard Kutrowatz hat dieser beschaulich philosophische Text immense Anziehungskraft ausgeübt und fast zwingend um Vertonung verlangt. Die schwebenden Quarten- und Quintenklänge am Beginn und Ende des Liedes sollen dieses Bild der „Ewigkeit“ musikalisch unterstreichen und verdeutlichen, wobei Anklänge an Debussys „Versunkene Kathedrale“ durchaus wahrnehmbar sind.

In Sand geschrieben
Hesses Gleichnis vom Augenblick und dessen Vergänglichkeit sind wie eine Reise durch Raum und Zeit und schafft es auf berührende Art und Weise Vergänglichkeit als etwas Liebenswertes und Positives zu verstehen. Das Lied enthält neben einer lautmalerischen pentatonischen Klaviereinleitung im Refrain („Wir lieben was uns gleich ist“) durchaus fast „Chanson-artige“ Elemente. Die Tonsprache ist hochromantisch-expressiv, Quintenklänge und Ostinati ziehen sich durch das Lied. Der Originaltext ist an einigen Stellen leicht gekürzt ohne den Sinngehalt zu verändern. Hermann Hesses Gedicht „In Sand geschrieben“ hat Eduard Kutrowatz seit vielen Jahren begleitet – fast logisch, dass es nun zum Lied geworden ist!

Vor meinem Fenster
Die Ballade „Vor meinem Fenster“ entstand im Herbst 2016 als Auftragswerk des Autors Roland Hagenberg, der für seinen neuen Gedichtband „Poems“ die Vertonung einiger Texte anregte. Dieser Text, der vom Elend der Bootsflüchtlinge im Mittelmeer handelt, hat mich auf Grund seiner hochbrisanten politischen Aktualität sofort angesprochen.
Die Einleitung macht programmatisch das Geräusch der Wellen hörbar, das Fremde – und doch gleichzeitig Vertraute – wird durch großteils pentatonische Skalen zum Ausdruck gebracht. Das Aufeinanderprallen von scheinbarer Idylle („Nun scheint der Mond vor meinem Fenster“) und der gnadenlosen Konfrontation mit dem Tod („sind Lebenslose ebenfalls“) drückt sich in der Gegenüberstellung der weitest möglich auseinander liegenden Tonarten (Tritronus) aus: d-moll am Beginn der Ballade und As-Dur im letzten Teil.

Daun muasi wana
Christine Nöstlingers Gedichtsammlung „Iba de ganz oamen Leit“ ist zu einem echten Klassiker der sozialkritischen Dialektdichtung geworden. Was lag daher von Anfang an näher, als ein Wiener Mundartgedicht in ein „Neues Wienerlied“ zu verwandeln. Eduard Kutrowatz bedient sich hier einer durchaus konservativen Musik-Sprache, die aber unverkennbar seine Handschrift trägt. Formgebend sind ein langsamer „Jazzwalzer“, der das rhythmische Fundament bildet und der konsequent „molto affettuoso“ auskomponierte „Seufzer“ beim sich ständig widerholenden Wort „wana“ (weinen). Die Ballade im Stil eines Rondos möchte und darf also durchaus auf die Tränendrüsen drücken – „Und daun muasi wana!“